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Virtuelle Inbetriebnahme

Inbetriebnahme neu gedacht: schneller, sicherer, planbarer

 

Virtuelle Inbetriebnahme – ein neuer Standard in der Projektabwicklung: Im Projekt für Sofidel in Duluth, Minnesota, setzt BT-Systems erstmals durchgängig auf eine virtuelle Inbetriebnahme auf Basis eines digitalen Zwillings der Gesamtanlage. Ziel ist es, Entwicklungs-, Test- und Inbetriebnahmeprozesse frühzeitig in eine digitale Umgebung zu verlagern und damit Aufwand, Risiken und Kosten in den späteren Projektphasen spürbar zu reduzieren. Die virtuelle Inbetriebnahme verändert dabei den klassischen Ablauf grundlegend: Steuerungssoftware, Materialfluss, Schnittstellen und Prozesslogiken werden bereits getestet, bevor die reale Anlage montiert wird. Dies passiert ab sofort bei den meisten SPS-Inbetriebnahmen. Fehler lassen sich so in einer Phase erkennen und beheben, in der Korrekturen noch einfach, schnell und kosteneffizient möglich sind.

Früher testen, später profitieren
In konventionellen Projekten beginnt die Inbetriebnahme meist erst nach Abschluss der mechanischen Montage. Softwarefehler, Prozessanpassungen oder Schnittstellenprobleme werden dann unter hohem Zeitdruck vor Ort behoben. Die Folge sind zusätzliche Einsätze, steigende Kosten und ein erhöhtes Terminrisiko. Mit der virtuellen Inbetriebnahme verschiebt sich dieser kritische Abschnitt in die frühe Projektphase. An einem digitalen Zwilling der Anlage werden sämtliche Abläufe realitätsnah simuliert: von der Steuerungslogik über den Materialfluss bis zur Interaktion aller beteiligten Systeme. Anpassungen erfolgen dort, wo sie den geringsten Aufwand verursachen: eine im virtuellen Modell. Für die reale Inbetriebnahme bedeutet das: kürzere Dauer, stabilere Abläufe und eine deutlich geringere Nacharbeit.

Messbare Effizienzgewinne
Die Vorteile zeigen sich nicht nur qualitativ, sondern auch in konkreten Zahlen. Erfahrungswerte aus Industrieprojekten belegen, dass sich die reale Software-Inbetriebnahme wesentlich verkürzen lässt. Gleichzeitig sinkt der Aufwand für Nacharbeiten immens. Hinzu kommen geringere Reise- und Personalkosten sowie eine schnellere Produktionsfreigabe. Besonders in der Hochlaufphase profitieren Betreiber von einer höheren Anlagenverfügbarkeit. Prozesse sind bereits getestet, Abläufe eingespielt und Störungen reduziert. Die Anlage erreicht schneller den geplanten 
Leistungsbereich. Ein weiterer Aspekt ist die Sicherheit: Kritische Szenarien, Grenzfälle oder Störsituationen können gefahrlos 
simuliert werden. Aufwendige Tests mit schweren oder sperrigen Produkten lassen sich ohne Risiko für Mensch und Maschine virtuell abbilden.

Plug-and-Play als logische Ergänzung
Die virtuelle Inbetriebnahme entfaltet ihr volles Potenzial in Kombination mit modularer Vorfertigung bei all den Projekten bei denen dies möglich ist. Zentrale Baugruppen werden bereits im Werk vollständig verdrahtet, geprüft und vorkonfiguriert. Die Montage vor Ort folgt einem klar strukturierten Plug-and-Play-Prinzip. Da Funktionen und Abläufe virtuell bereits validiert sind, beschränkt sich die Inbetriebnahme auf ein gezieltes Zusammenführen der Module. Das reduziert Komplexität, verkürzt Montagezeiten und erhöht die Reproduzierbarkeit der Projektabläufe. Für Betreiber entsteht daraus ein klarer Vorteil: eine verlässliche Terminplanung, ein schneller Hochlauf und eine stabile Anlagenübergabe.

Transparenz in einer frühen Projektphase
Ein digitaler Zwilling bietet nicht nur technische Vorteile, sondern verbessert auch die Zusammenarbeit mit dem Kunden. Materialflüsse, Layouts und Bedienkonzepte lassen sich bereits früh realitätsnah darstellen. Prozesse werden nachvollziehbar, Varianten können gezielt bewertet und Abläufe gemeinsam optimiert werden. Änderungen erfolgen auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses – lange bevor sie auf der Baustelle zeit- und kostenintensiv umgesetzt werden müssten. Das schafft Planungssicherheit, reduziert Abstimmungsaufwand und erhöht die Qualität der finalen Lösung.

Interdisziplinäres Know-how im eigenen Haus
Die virtuelle Inbetriebnahme bei BT-Systems wurde von einem internen Expertenteam aus Automatisierung, Softwareentwicklung, Simulation und Anlagenengineering entwickelt. Damit bündelt das Unternehmen zentrale Kompetenzen entlang der gesamten Engineering-Kette im eigenen Haus. In Kombination mit unserem digitalen, standardisierten Datenpool lassen sich Projektphasen gezielt entkoppeln. Die SPS-Programmierung kann virtuell getestet werden, noch bevor mechanische und elektrische Detailplanungen abgeschlossen sind. Dieses parallele Vorgehen verkürzt Projektdurchlaufzeiten, erhöht die Qualität und verbessert die Steuerbarkeit komplexer Vorhaben, wie z.B. bei Inhouse-Schulungen.

Relevanz für den Markt 
Die virtuelle Inbetriebnahme entwickelt sich zunehmend zum festen Bestandteil moderner Automatisierungsprojekte. Kunden fordern virtuelle Factory Acceptance Tests, kürzere Projektlaufzeiten und höhere Planungssicherheit. Digitale Testmethoden werden immer häufiger als verbindlicher Projektbestandteil definiert. Mit dem konsequenten Ausbau dieser Kompetenzen stärkt BT-Systems seine Position im Markt. Die virtuelle Inbetriebnahme wird dabei nicht nur als technisches Werkzeug verstanden, sondern als integraler Bestandteil einer zukunftsfähigen Projektmethodik wie z. B. bei 
Inhouse-Schulungen.

Fazit
Die virtuelle Inbetriebnahme verschiebt entscheidende Projektphasen in die digitale Welt – mit klaren Vorteilen bei der Effizienz, Qualität und Planungssicherheit. Das Projekt Sofidel zeigt, wie sich komplexe Anlagenprojekte durch frühzeitige Simulation und Testverfahren robuster, schneller und wirtschaftlicher realisieren lassen. Aktuell befindet sich das Projekt in der Umsetzungsphase. Montage und schrittweise Inbetriebnahme verlaufen planmäßig.

Vorteile:

  • Planungssicherheit
  • schnellere Abwicklung
  • Optimierungen schon vor Start
  • frühzeitige Fehlererkennung
  • kürzerer Hochlauf
  • Schulungen vorab möglich
  • höhere Verfügbarkeit
  • höhere Sicherheit
  • verbesserte Zusammenarbeit
  • Kostenreduktion

INTERVIEW

Nicolas Markus: Head of Division PLC Programming, Commissioning & 24/7 Service

Was bringt der virtuelle Zwilling konkret?
Wir können die komplette Anlage testen, bevor sie real aufgebaut wird. Das reduziert Risiken, verkürzt die Inbetriebnahme und steigert die Qualität spürbar. Testläufe, die auf der realen die Anlage viele Personen binden und oft mit schwerer, sperriger Ware durchgeführt werden müssen, lassen sich virtuell mit wenigen Klicks nachstellen.

Wo liegt der größte Vorteil für den Kunden?
Höhere Verfügbarkeit in der deutlich verkürzten Hochlaufphase der Anlage sowie die Möglichkeit, Anlage, Bedienung und kundenseitige Systeme früh und ohne Risiko zu evaluieren: eine echte Win-Win-Situation.

Ist das die Zukunft der Inbetriebnahme?
Davon sind wir absolut überzeugt. VIBN ist das Werkzeug der Zukunft für die gesamte Automatisierungstechnik.

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